Seelsorge und Gottesdienst

Angebote der röm.-kath. Krankenhausseelsorge

Menschen, die in ein Krankenhaus kommen, befinden sich in einer physischen, psychischen oder spirituellen Krise und erleben eine Veränderung ihrer gewohnten Lebensumstände. Nicht selten werden dadurch neue Unsicherheiten und Ängste ausgelöst. In dieser Situation möchten die Verantwortlichen der Seelsorge für alle Betroffenen da sein. Unsere Arbeit versteht sich als Ergänzung zu den anderen therapeutischen Angeboten. Sie möchte aus christlicher Perspektive helfen, Antworten auf Sinn- und Glaubensfragen zu finden.

Heilige Messe

Jeden Sonn- und Feiertag findet in unserer Kirche um 11 Uhr eine hl. Messe – in Ausnahmefällen eine Wortgottesfeier – statt.

Landesausstellung 2026

  • Kirchenführung am Sonntag nach dem Gottesdienst: An Sonntagen erhalten die Besucherinnen und Besucher im Anschluss an den Gottesdienst in rund 15 Minuten spannende Einblicke in die Geschichte des Hauses, Informationen zu besonderen architektonischen Details und Hintergrundwissen zur Ausstattung der Kirche. 

    Die Teilnahme ist kostenlos.

  • Pfarrliche Gruppen, die zur Landesaustellung kommen, haben die Möglichkeit, in der Kirche einen eigenen Gottesdienst zu feiern: Klinik-Pfarrer Manfred Heiderer bittet um telefonische Kontaktaufnahme vorab unter 0676/82 6688 406.



Besuchsdienst und Gesprächsangebote
 

  • Wöchentliche Besuche der Patienten auf einzelnen Stationen des Krankenhauses.
  • Regelmäßige Besuche in den Häusern des Pflege- und Betreuungszentrums. 
  • Wir kommen auch gerne auf Wunsch oder Anfrage zu Ihnen.

Kommunion, Beichte und Krankensalbung

Der Empfang der Krankenkommunion ist bei den Feiern in den Häusern oder auf Anfrage möglich. Termine für Beichte und Krankensalbung vereinbaren Sie bitte über das Seelsorge-Team.

Seelsorge-Team

  • Klinik-Pfarrer Mag. Manfred Heiderer: 0676/82 6688 406
  • Pastoralassistentin Dr. Hilda Steinhauer: 07475/900422223
  • Dipl.-Pastoralassistentin Sigrid Steinman: 07475/900422227

Auch Angehörige anderer Konfessionen haben die Möglichkeit, über die Stationsführung einen Seelsorger ihres Vertrauens zu verständigen.

Wir wünschen Ihnen einen guten Aufenthalt und baldige Genesung. 

Gott segne Sie!

 

Unsere Kirche – ein Juwel des Jugendstils

 

Zur Baugeschichte

Das sogenannte „Gesellschaftshaus“ mit der Kapelle steht in der Mitte der Krankenhausanlage und bildet zusammen mit dem Verwaltungsgebäude und der Küche ihre zentrale Achse. Der Anlass für die Errichtung des Komplexes war das 50jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph im Jahr 1898. Im Altarraum der Kirche ist auf einer Marmortafel der 16. August 1898 als Tag der Grundsteinlegung genannt. Für die Planung des in Pavillon-Bauweise ausgeführten Projekts war der damalige Niederösterreichischen Landes-Baurath Carlo von Boog (1854–1905) verantwortlich, der später auch die Pavillons für die Heilanstalt am Steinhof entwarf. Die ursprünglichen, noch vom Historismus geprägten Entwürfe wurden von Boogs jüngerem Mitarbeiter Erich Gschöpf (1874–1933) unter Aufnahme zahlreicher Formen des Jugendstils und typischer Motive der Otto-Wagner-Schule überarbeitet. Die Schlusssteinlegung erfolgte am 2. Juli 1902 in Anwesenheit seiner kaiserlichen und königlichen apostolischen Majestät Kaiser Franz Joseph I. Auch das ist auf einer Marmortafel im Altarraum festgehalten.

Die russische Besatzungszeit hat auch am Kirchengebäude ihre Spuren hinterlassen. Dies betrifft vor allem die Hauptfassade, die 1958 nur mehr in vereinfachter Form wiederhergestellt wurde. Ursprünglich war sie mit einem Phantasiekopf mit Flügeln geschmückt, der als allegorische Darstellung der menschlichen Sinne gedacht war, es gab seitliche Blumenfriese und im Giebelfeld fanden sich das Monogramm des Kaisers (FJI) sowie eine abschließende Kaiserkrone.

Das Kirchengebäude (Gesellschaftshaus mit Kapelle)

Vom Bautyp her erinnert das Kirchengebäude an eine dreischiffige Basilika, aber mit zwei Besonderheiten: Zum einen sind die beiden schmalen Seitenräume durch (nicht mehr im Original erhaltene) Vorhänge abgetrennt. Sie dienen nicht als Kirchenschiffe, sondern ermöglichen es dem Pflegepersonal, bei Problemen einzugreifen und Patienten zu versorgen. Zum anderen ist der Bau – für die damalige Zeit sehr fortschrittlich – als Mehrzweckraum konzipiert. Der Altarraum lässt sich mittels Rollbalken gegenüber dem großen Saal abschließen. Letzterer dient daher nicht nur als erweiterter Kirchenraum, sondern er wird auch für profane Zwecke genutzt – in früherer Zeit z.B. für Kino- und Theatervorstellungen für die Bewohner und gegenwärtig als Festsaal und Ausstellungsraum. Die eher schmale rechteckige Öffnung des Saales zum Altarraum vermittelt den Eindruck einer Guckkastenbühne. Sie gibt den Blick frei in das Zentrum des „künstlerisch bemerkenswerteste[n] Sakralbau[s]“ des Jugendstils in Niederösterreich

Kirche und Jugendstil

Katholische Kirchen im Jugendstil sind eher selten, weil im kirchlichen Bereich der Historismus, vor allem die Neugotik, aber auch die Neuromanik und der Neobarock als adäquate Bauformen galten. Dieser Ansicht waren auch Bischof Johann Rössler (+1927) und die St. Pöltner Diözesansynode von 1908, die sich explizit gegen die Verwendung des „modernus stylus, qui dicitur ‚secessionis‘“ ausgesprochen hatte. Diese ablehnende Haltung betrifft sowohl die Gebäude als auch deren Innenausstattung. Mauer-Öhling war damals freilich schon fertiggestellt. Hier war ja nicht die Diözese der Bauträger, sondern – ebenso wie bei der Otto-Wagner-Kirche am Steinhof – das Land Niederösterreich.

Ein Gesamtkunstwerk des Jugendstils

Im Unterschied zum Historismus traten die Vertreter des Jugendstils für eine Erneuerung der Kunst unter dem Motto: „Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit“ ein. Die Mitglieder der 1897 gegründeten Secession, wie z.B. Josef Hoffmann, Otto Wagner, Hans Tichy oder Ferdinand Andri, setzten auf Klarheit, Zweckmäßigkeit und Eleganz mit dem Ziel der Schaffung eines Gesamtkunstwerkes. Ein solches ist auch in Mauer verwirklicht. Es zeigt sich zum einen an der Anordnung der unterschiedlichen Gebäude des Klinikums und zum anderen an der künstlerischen Ausgestaltung bis in die kleinsten Details: Auch die Fliesen des Fußbodens im Altarraum, die Häupter der Kirchenbänke, die Weihwasserbecken, die Türen, die Türgriffe und sogar noch die Abdeckungen der Türschlösser sind künstlerisch gestaltet und mit floralen Motiven geschmückt.

Der Altarraum

Architektonisch wird der Altarraum durch Omegabögen gegliedert, die in das Tonnengewölbe eingezogen sind. Die Form der Altarwand entspricht der des Haupteinganges.[1] Der Altar – einer von drei Jugendstilaltären in der Diözese St. Pölten – gilt als besonders gelungen. Der Tabernakel ist aus weißem Marmor gefertigt. 

Das Altarbild

Die Gemälde oberhalb des Tabernakels stammen vom namhaften österreichischen Maler Hans Tichy (1861–1925). Er malte nach dem lebenden Modell. Die Engel und Heiligen tragen Gesichter von Bewohnern der Anstalt, Elisabeth ist der Kaiserin Sissi nachempfunden. Im Lünettenfeld oberhalb des Tabernakels thront Maria mit dem Jesuskind. Links vorne kniet der hl. Leopold (ca. 1075–1136). Er ist nicht nur der Patron Niederösterreichs, sondern auch der Patron der Kirche und der ganzen Anstalt. Dahinter stehen links Franz von Assisi und rechts von der Gottesmutter der heilige Josef. Rechts vorne kniet die heilige Elisabeth mit dem Rosenkorb. Wir haben somit die Namenspatrone des Kaiserpaares vor uns. Diese zeichneten sich aber auch in besonderer Weise durch ihre Sorge für Arme, Kranke und Sterbende aus.

Die Engel

Das schon in der Beuroner Kunstschule prägende Motiv der Engel wird auch vom Jugendstil aufgegriffen. Sie stellen die Ewigkeit Gottes dar und stehen in Ehrfurcht vor ihm. Deshalb sind sie vor allem im Altarraum präsent. Das ist auch in unserer Kirche so: In den beiden seitlichen Feldern des Altarbildes knien jeweils zwei musizierende Engel, links mit Laute und Violine, rechts mit Gesangbuch. Der Tabernakel wird von zwei großen Engeln, die Leuchter halten, flankiert, und die vier großen, rechts und links gleich gestalteten Glasfenster, zeigen vor dekorativem Hintergrund ebenfalls Engel in leuchtenden Farben. Letztere lassen sich mit ziemlicher Sicherheit als die vier Erzengel Michael, Gabriel, Rafael und Uriel identifizieren. Am nächsten beim Altar steht Michael (d.h. „Wer ist wie Gott?“) mit erhobenen Armen in Gebets- oder Orantenhaltung und neben ihm Gabriel („Kraft Gottes“), der als Engel der Verkündigung eine Lilie und einen Schild mit den Buchstaben IC für Jesus Christus trägt. Rafael („Gott heilt“), der Tobias auf seiner Reise begleitet hat, ist am Wanderstab zu erkennen. Dass Uriel („Gott ist Licht“) mit einem Blasinstrument dargestellt wird, dürfte darin begründet sein, dass es nach den Sybillinischen Büchern seine Aufgabe ist, die Toten zum Gericht zu rufen.

Glaskunst im Jugendstil

Von den Künstlern des Jugendstils werden die farbigen Glasflächen neben einander gesetzt und durch Bleiruten zusammengefügt und nicht – wie im Historismus – bemalt. Man verzichtet auf Räumlichkeit durch Perspektive oder Plastizität sowie durch Licht und Schatten. Prägend sind vielmehr Linie und Flächen. Das bedeutet eine Synthese von Entwurf, technologischer Notwendigkeit und handwerklicher Herstellung. Signiert wird nicht vom Künstler, sondern von der Werkstatt (bei uns zu sehen an der 1977 durch die Aschbacher Werkstatt Richter erneuerten Verglasung des Eingangsportals).

Die Skulpturen der Heiligen

Von den vier Heiligenskulpturen im Altarraum sind die beiden vorderen leicht als Herz Mariä und Herz Jesu zu identifizieren. Auf dem linken rückwärtigen Bogen steht die Statue des heiligen Josef. Sein Attribut ist eine Lilie, das Zeichen der Jungfräulichkeit. Ihm gegenüber findet sich eine Darstellung der heiligen Anna mit einem Vogelnest in der Hand. Sie nimmt auf das Protoevangelium des Jakobus Bezug, in dem Anna unter einem Lorbeerbaum, auf dem sich ein Spatzennest mit Jungen befand, ihre Kinderlosigkeit beklagt.

Der Festsaal

Der „fünfachsige Saal besitzt eine Flachdecke mit einer dekorativen Rechteckrahmung in der Mitte und einer rundum geführten parabelförmigen Hohlkehle, die im Rhythmus der Fensterachsen durch breite Stuckbänder gegliedert wird.“ Auch die Fenster an den Seitenwänden sind mit Stuck umrahmt. Über der Öffnung zum Chor halten zwei Genien den Schild mit dem Monogramm des Kaisers Franz Joseph I. Auf der Rückwand ist das Wappen von Niederösterreich zu sehen. Das Jugendstilgitter mit Blumengirlanden, das die Emporenbrüstung ziert, gibt dem Raum einen festlichen Charakter.

Das Foyer

Bemerkenswert sind hier die gusseiserne Wendeltreppe zum Chor, die „den gleichen eleganten Jugendstildekor“ wie das Gitter auf der Empore aufweist, die von Viktor Tilgner (1844–1896), einem vom Kaiser hochgeschätzten Bildhauer, geschaffene Büste Franz Josefs I. sowie das Eingangsportal mit seiner prächtigen Glasmalerei.