Logopädie
LogopädInnen sind in die Teams aller psychiatrischen Abteilungen für Erwachsene und für das Kindes- und Jugendalter eingebunden.
Wir führen Diagnostik, Beratung und Behandlung von organischen und funktionellen Veränderungen der Atmung, der Stimme, des Sprechens, Schluckens, der Nahrungsaufnahme, der Sprache und der Kommunikation durch.
Übergeordnete Ziele der Logopädie sind die Entwicklung und Stärkung der sprachlichen Kompetenz, der Kommunikationsfähigkeit, der oralen Nahrungsaufnahme und der Teilhabe am sozialen Leben und die daraus resultierende Verbesserung der Lebensqualität. Dabei wird im psychiatrischen Kontext mit besonderem Augenmerk auf die Eigenwahrnehmung und die vegetative und emotionale Selbstregulationsfähigkeit gearbeitet. Weitere Schwerpunkte sind die Stärkung einer stabilen Beziehung zum eigenen Körper und der pragmatisch-sprachlichen Fähigkeiten um Gesundungs- und Persönlichkeitsentwicklungsprozesse zu fördern.
Logopädie wird im Einzel- als auch Gruppensetting angeboten. Dabei kommen unterschiedliche körper-, atem-, stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Methoden zum Einsatz, die folgende Ebenen erreichen können:
1. Stoffwechsel und Vegetativum
2. Sinnesorgane und Wahrnehmung
3. Muskulatur
4. Emotionen
5. Mentale Ebene
6. Kommunikation
7. Beziehungsebene
Spezifische Ziele sind:
- Stärkung der Atmung bei organischen und dysfunktionalen Atemmustern und Schluckstörungen
- Regulation der Stimme bei organischen und dysfunktionalen Stimmbeschwerden und Schluckstörungen
- Verbesserung von Körperhaltung und Körperspannung insbesonders betreffend die Atem-, Stimm- und Sprechorgane (Kopf, Gesicht, Mund, Kiefer, Nacken, Hals, Zwerchfell, Brustkorb) z.B. bei Tinnitus, Zähneknirschen, etc.
- Stärkung der orofacialen Muskulatur z.B. bei offener Mundhaltung, Zungenpressen, Zahnfehlstellungen, Schnarchen, Schlafapnoe, Schluckproblemen, etc.
- Diagnostik von Schluckstörungen in den unterschiedlichen Schluckphasen auch unter zu Hilfenahme von bildgebenden Verfahren (Videokinematographie)
- Aktive und passive Maßnahmen zur Verbesserung der Schluck- und Schutzfunktionen
- Erlernen von kompensatorischen Schluck-Manövern
- Beratung der Angehörigen oder Betreuenden hinsichtlich schluckunterstützender Maßnahmen
- Verhinderung von Aspirationspneumonien
- Sicherung der oralen Ernährung und Steigerung der Lebensqualität
- Expertise im Entscheidungsfindungsprozess über orale Ernährung versus künstliche Ernährung
- Logopädisch-diätologische Maßnahmen hinsichtlich der Nahrungskonsistenzen (Eindicken von Flüssigkeiten, Kostformadaption), Kostaufbau
- Stärkung der Sprechmuskulatur, der Aussprachedeutlichkeit und des Redeflusses
- Stärkung der vegetativen Selbstregulationsfähigkeit, Entspannung und Vitalität
- Förderung eines positiven Körper-Selbstbezugs
- Stärkung des mimischen, stimmlichen und sprecherischen Selbstausdrucks
- Stärkung der sprachlichen Formulierungsfähigkeit und sprachgebundenen Kognition
- Stärkung der kommunikativen Zugewandtheit und Pragmatik
- Stärkung des Gefühls von Sicherheit und Selbstvertrauens in Kommunikationssituationen
- Förderung der kommunikativen Teilhabe und der sozialen Interaktion sowie der Beziehungsfähigkeit zu anderen